Mini-Lektion: Bindehautentzündung
Woher kommt die Bindehautentzündung (=Konjunktivitis)?? 
Die Bindehaut des Auges beschützt den Augapfel, hält ihn feucht und verbindet ihn mit den Augenlidern.
Leider entzündet sich die Bindehaut häufig mit der Nase mit. Nase und Bindehäute werden sozusagen “zusammen krank”: primär passiert das deswegen, weil die (permanent) produzierte Tränenflüssigkeit nicht mehr gut durch die Tränengänge entkommen kann und in die Nase abfliessen, die Tränenflüssigkeit dickt ein und kann sich auch noch infizieren mit Bakterien.
Wichtig ist hier zu wissen: Bei einer Bindehautentzündung kann das Auge noch so furchtbar eklig verklebt aussehen, der Augapfel selbst ist aber nicht gefährdet! Das Sehvermögen und das Auge selbst sind nicht in Gefahr.
Bindehautentzündungen sind zwar ungefährlich, aber sehr ansteckend und lästig: unbedingt darauf achten, dass das Kind ein “eigenes” Handtuch bekommt, was nicht von anderen Familienmitgliedern genommen wird.
Ich garantiere nämlich, dass Erwachsene daran noch mehr leiden werden als Kinder. ![]()
Natürliche Behandlung der Bindehautentzündung
I) Wir fangen nicht mit den Augen an, sondern mit der Nase! Die Nase muss so gut wie es geht freigehalten werden und möglichst regelmässig gespült/saubergemacht werden (s. Lektionen “Natürliche Behandlung von Verschleimung” usw. )
II) Wir waschen die Augen meist mit reichlich Schwarztee (jeder Schwarztee geht, muss nicht teuer sein) oder Salbeitee auf einer Mullbinde oder etwas Watte und zwar: immer von aussen nach innen, in Richtung Nase ![]()
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! Den Tee kann man auch vorkochen und 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahren, so wirkt er auch kühlend. Unsere eingenen Hände waschen wir nach der Augenspülung des Kindes, damit wir uns nicht auch anstecken.
III) Euphrasia-Tropfen aus der Apotheke helfen oft, aber nicht immer. Zum Auswaschen kann man auch stark verdünnte Calendula-Tinktur verwenden: 10 Tropfen Tinktur auf 250ml abgekochtes Wasser.
IV) Eine “natürliche” Version von Otriven/Nasivin heisst hier in der Schweiz Triofan Naturel – hier ist der Wirkstoff Ectoin und nicht das übliche Xylometazolin (was zwar wirksam ist, aber bei zu langer Verwendung zu vielen Problemen führen kann).
Wichtigste Homöopathika bei Bindehautentzündung (neben Euphrasia):
1. Aconitum C12: plötzlich gerötetes, entzündetes Auge, häufig nach starker Sonnenexposition (am Meer oder im Schnee), Sandgefühl im Auge, Lichtempfindlichkeit, reichlich Tränen
2. Pulsatilla C12: Wenn generell viel gelblicher Ausfluss aus den Augen und aus der Nase kommt: die Augen sind gerötet, die aber Nase kaum. Besserung durch kalte Kompressen.
3. Hepar sulphuris C12: eitriger Ausfluss, besser in der Wärme und durch warme Kompressen.
4. Rhus tox. C12: eitrig verklebte Augen morgens, Augen brennen und sind gerötet, schlimmer abends.
“Halb-natürliche” Behandlung der Bindehautentzündung
Wenn Ausfluss/Rötung usw. nach 2-3 Tagen sich noch gar nicht gebessert hat trotz Waschungen, Nasentoilette, Homöopathika usw., können wir z.B. nicht-antibiotische Augentropfen verwenden wie Collypan-Augentropfen – diese wirken etwas stärker als der einfache Tee oder die Euphrasia-Tropfen.
Dosierung (ab 12 Monate): 1 Tropfen pro Auge 3-4mal pro Tag.
Konventionelle Behandlung der Bindehautentzündung
Hier kommen antibiotische Augentropfen zum Einsatz wie z.B. Floxal oder Spersapolymyxin (beide rezeptpflichtig, viele Praxen sind aber so kulant und faxen einfach ein Rezept in Deine Apotheke).
Dosierung: 3mal täglich 1 Tropfen pro Auge für 5 Tage (immer nachdem wir das Auge vorher ausgewaschen haben!)
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