In diesem Artikel möchte ich 7 nicht-medikamentöse Therapien beschreiben, die meiner Erfahrung nach tatsächlich Babys und Kindern mit Neurodermitis (atopischer Dermatitis) helfen. Neurodermitis ist eine für Kinder und Erwachsene ermüdende und häufig sehr quälende Erkrankung, die die Geduld und die Grenzen der Belastbarkeit einer Familie auf die Probe stellen kann.
Die Email einer Leserin hat mich dazu bewegt, diesen Artikel zu schreiben. In ihrer Nachricht hat K. Folgendes beschrieben:
“Gerne möchte ich Sie um Ihren Rat zu einer Sache bitten, die mich schon lange beschäftigt. Es geht um meine 6 Monate alte Tochter. Sie ist sehr empfindlich und hat fast seit ihrer Geburt eine Art Heuschnupfen, sowie seit Neuestem auch eine Neurodermitis.
Ich stille voll und achte sehr auf meine Ernährung. Das scheint sich aber auf die Gesundheit meiner Tochter noch keinen positiven Effekt zu haben, die Haut ist nach wie vor eine Katastrophe.
Hinzu kommt, dass mein Mann Asthma und Heuschnupfen hat und ebenfalls als Kind mit trockener und empfindlicher Haut zu kämpfen hatte.
Ich folge den Anweisungen meiner Kinderärztin aufs Genaueste, nutze spezielle Badezusätze, Waschmittel und Cremes. Das Alles hat schon geholfen, einfach sehr wenig.
Mich beschäftigt der Gedanke, dass ich sehr viele Chemikalien in mein Kind pumpe. Jeden Tag muss ich z.B. sie mehrmals von Kopf bis Fuss eincremen mit einer dicken Schicht Creme. Ich mache mir Sorgen weil es kaum besser wird und auch deswegen, weil ich nicht weiss, ob ich ihr damit helfe oder mehr schade.
Auf der anderen Seite will ich aber auch nichts weglassen, damit es nicht noch schlimmer wird und sie noch stärkere Medikamente braucht und der Juckreiz noch schlimmer wird. Ich weiss auch nicht genau, wir stark ihr Juckreiz ist!”
K. stellt am Ende ihrer Email die Frage, ob es nicht auch effektive natürliche Therapien gibt.
Ausgeprägte Neurodermitis bei diesem kleinen Jungen
Zunächst etwas zu den Begriffen:
Neurodermitis =
atopische Dermatitis =
(atopisches) Ekzem
(diese 3 Begriffe sind gleichbedeutend)
Neurodermitis – Anzeichen bei Babys
Eins wollte ich von Anfang an klarstellen: wenn die Neurodermitis Juckreiz verursacht, können Kinder jedes Alters dadurch sehr gestört werden und ja, es ist nicht zu übersehen.
Babys können natürlich nicht sagen, was sie stört, aber auch wenn sie erst 6 Monate alt oder sogar jünger sind, lassen sich die Symptome erkennen:
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Babys im Alter von >6 Monaten können sich schon mit grosser Genauigkeit an juckenden Stellen kratzen, bis es blutet. Der Juckreiz führt zu einer allgemeinen Unruhe und zu einem gestörten Schlaf.
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Selbst bei nur wenige Wochen alten Babys lassen sich infolge des Juckreizes Unruhe und unruhiger Schlaf beobachten, auch wenn sie sich noch nicht kratzen können.
Im frühesten Babyalter manifestiert sich die atopische Dermatitis häufig als ausgeprägter Milchschorf. Die Hautveränderungen können aber auch im Gesicht auftreten sowie überall am restlichen Körper. Meistens, aber nicht immer, bleibt der Windelbereich ausgespart.
Neurodermitis – Symptome bei Kindern
Die Neurodermitis führt bei Kindern sehr häufig zu ausgeprägter Trockenheit der Haut, Rötung und Abschuppung der Haut. Die Kindern haben häufig einen so quälenden Juckreiz, dass das Leben der gesamten Familie davon bestimmt wird.
Wegen des Juckens finden diese Kinder keine Ruhe und schlafen schlecht. Sie kratzen sich bis Wunden entstehen, die sich häufig entzünden.
In solchen Fällen braucht es eine Engelsgeduld, viele Termine bei Ärzten/Therapeuten, diverse Cremes, häufig auch Medikamente und Änderungen der Therapie, bis hoffentlich die richtige Kombination gefunden wird.
Typischer Neurodermitis-Ausschlag an der Beugeseite des Fusses. Ähnlich sieht es häufig hinter den Knien und in den Ellbeugen aus (diese Stellen nennen wir “Beugeseiten”.
Die Kardinalsymptome sind die Entzündung, Trockenheit und Abschuppung der Haut.
Der Hautauschlag befindet sich typischerweise an den Beugeseiten der Gelenke (Ellenbogeninnenseite, Rückseite der Knie, Handgelenkrücken), kann sich aber auch an jeder anderen Körperstelle manifestieren.
Bei der Neurodermitis gibt es sehr ausgeprägte Symptome, die sich mit Phasen einer relativen Beruhigung abwechseln!
Das ist sehr wichtig: Der Ausschlag kommt also und geht, häufig ohne erkennbaren Grund, manchmal lässt sich aber ein Auslöser identifizieren (eine bestimmte Speise, Waschmittel usw).
Es gibt gibt Zeiten, da meint man, die Plage losgeworden zu sein und dann wie aus heiterem Himmel ist alles wieder zurück. Dieser phasenhafte Verlauf verkompliziert die Therapie.
Ich rate deshalb davon ab, zu rasch Therapiemethoden und -präparate zu wechseln – es sei denn, die Familie kann bei einer neuen Creme klar sagen, dass damit die Symptome sich schlagartig verschlechtert haben.
Neurodermitis – Prognose bei Kindern
Die Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist eine chronische Erkrankung, die den Eltern ein hohes Maß an Hingabe, Arbeit und Geduld abfordert.
In der Praxis muss ich den Eltern zunächst meist erklären, dass wir auch mit nichtmedikamentösen Mitteln keine Wunder vollbringen können und sie mit einer Behandlungsdauer von mehreren Monaten, wenn nicht Jahren rechnen müssen.
Bei vielen Kindern sehe ich aber sehr schöne Therapieerfolge nach einigen Monaten, wenn die Eltern gut am Ball bleiben.
3 von 4 Kindern haben keine Hautveränderungen mehr, wenn sie die Pubertät erreichen. Bis dahin aber sind Kinder wie auch Eltern intensiv mit der Neurodermitis beschäftigt.
Leidet ein Familienmitglied unter Neurodermitis, dann sammeln sich im Bad leicht … sagen wir mal 20 Cremes an.
Eine neue Creme sollte in jedem Fall einige Wochen, wenn nicht Monate angewendet werden, bevor man über einen Wechsel nachdenkt. Auf keinen Fall aber würde ich nach ein paar Tagen wechseln, weil die Haut etwas röter als am Vortag ist.
Ich verstehe, dass jeder DIE BESTE Creme finden will.
Die gibt es aber nicht, andernfalls hätte der Hersteller ein Monopol 😁.
Jede Mutter/jeder Vater muss die beste Creme oder das beste Mittel für das eigene Kind finden. Manchmal empfehle ich Cremes, die bei einigen meiner Patienten gut gewirkt haben und bei anderen Kindern tut sich gar nichts.
Die meisten dieser Cremes sind teuer, qualitativ hochwertig und enthalten Pflanzenöle (z.B. Nachtkerzenöl). Wenn sie auch bei der Neurodermitis nicht geholfen haben, können sie doch vom Rest der Familie noch als normale Hautcreme genutzt werden.
Welche äusseren Faktoren beeinflussen die Neurodermitis?
Im Allgemeinen bessert sich die Haut der Kinder im Sommer, besonders dann, wenn sie viel an der Sonne sind.
Man muss sein Kind deshalb nicht in der Sonne… braten lassen, aber ein wenig UV-Strahlung von der Sonne hilft den meisten Kinder. Pünktlich mit Herbstbeginn und dem damit einhergehenden Wetterwechsel kommt leider auch die Neurodermitis zurück.
Zu einem Aufflammen des Ausschlages kommt es häufig, wenn das Kind zusätzlich krank ist, z.B. einen Virusinfekt hat.
Ebenfalls zur Verschlechterung führen Infektionen (viral oder bakteriell) von bestehenden Hautschäden (Wunden, Windpocken, Herpes). Dies ist einer der wenigen Fälle, in denen ich eine vorsorgliche Impfung gegen Windpocken mit den Eltern bespreche.
Das Erscheinungsbild der Haut leidet auch bei schlechter Hautpflege, wenn Eltern z.B. Cremes nur ab und zu auftragen.
Wie Du sicher auch weisst, können sich auch psychische Belastungsfaktoren auf der Körperoberfläche manifestieren. Bei Kindern im Grundschulalter sehe ich immer wieder Verschlechterungen der Neurodermitis, wenn sie Stress (z.B. Prüfungen, Streit in der Familie) ausgesetzt sind.
Neurodermitis bei Kindern – was hilft?
1. Cremes/Bäder – Geduld und Beharrlichkeit
Von Anfang an muss es klar sein (Eltern und Kindern), dass das die Therapie kein Sprint, sondern ein Marathon ist.
Im Klartext heisst das, dass für lange Zeit mindestes zweimal täglich eine Creme aufgetragen werden muss, ausser wenn die Haut absolut unauffällig ist. Wir versuchen eine Creme zu finden, die genug Fett spendet für die trockene Haut, ohne allzusehr an der Kleidung zu kleben.
Mein erster Therapievorschlag sind Cremezusätze, meist Nachtkerzenöl und Borretschöl. Die Cremes werden von der Apotheke speziell für das Kind gemischt.
Sanddornöl ist als Cremezusatz sehr effektiv, aber wir vermeiden es weil es die Kleider stark färbt und sich die Verfärbung nicht auswaschen lässt.
Das Nachtkerzenöl eignet sich zudem auch für die innere Anwendung (also Einnahme). Eine solche Kur von 3 bis 4 Monaten sollte mit dem Arzt/Therapeuten abgesprochen werden. Ich empfehle, in einem Tagebuch die Hautveränderungen zu protokollieren, um besser den Therpieerfolg nach mehreren Monaten einschätzen zu können.
Häufiger, als mir lieb ist, sehe ich Kinder, deren Haut fast permanent von kortisonhaltigen Cremes bedeckt ist.
Hinzu kommen Medikamente wie Antibiotika bei zusätzlichen Infektionen (mit Pilzinfekten oder Durchfall als Nebenwirkung) oder Antihistaminika gegen Juckreiz. Als wäre das Hautproblem nicht schon genug, bekommen diese Kinder auch Darm- oder vielleicht Lungenprobleme.
Verliere nicht den Mut! Die Neurodermitis mit natürlichen Mitteln im Zaum halten zu können, ist ein Riesenerfolg, auch wenn er Zeit braucht.
Ich empfehle deshalb immer, so lange wie möglich bei einfachen hautpflegenden Cremes (ohne medikamentöse Wirkstoffe) zu bleiben. Solche sind z.B. alle Cremes die als Basispflege verwendet werden, sowie auch besondere Cremes wie Sensicutan oder Cardiospermum.
So kann man den Nebenwirkungen von z.B. kortisonhaltigen Cremes, Tabletten oder anderen Medikamenten (z.B. Antibiotika, Antihistaminika) aus dem Weg zu gehen.
Ebenfalls regelmässig notwendig sind Bäder mit dem vom Arzt/Therapeuten vorgeschlagenen Badezusatz. Die Eltern sollten darauf achten, dass das Bad kurz und nicht zu heiss ist, damit die empfindliche Haut nicht noch zusätzlich gereizt wird.
Die als Badezusatz verwendeten Ölbäder sollten auch nach dem Baden auf der Haut verbleiben, weshalb die Kinder nur trockengetupft und nicht trockengerubbelt werden. Dadurch braucht man nachher nicht ganz soviel Creme auftragen!
2. Ernährung bei Kindern mit Neurodermitis
STILLEN und PROBIOTIKA
Muttermilch enthält zum Beispiel sehr viele Probiotika und ist einer der vielen Gründe, warum sie die beste Nahrungsquelle für Babys ist.
Falls Du mit den Begriffen Probiotika und Mikrobiom noch nicht viel anfangen kannst, kannst Du hier mehr darüber nachlesen.
Neben pflanzlichen Ölen empfehle ich auch immer für Kinder wie auch (stillende) Mütter eine Kur mit einem guten Probiotikum wie z.B. die Symbioflor-Serie (Pro-Symbioflor, Symbioflor 1 und Symbioflor 2).
Eine solche Kur dauert in Stadien circa 3 Monate. Da eine gesunde Darmflora (Mikrobiom) aufgebaut werden soll, die ihrerseits auch Einfluss auf unsere Haut hat, wird jeden Monat das Präparat leicht verändert und so wieder neue “gute” Bakterien in unserer Verdauungssystem integriert.
An dieser Stelle möchte ich nochmals kurz auf die Mami K. zu sprechen kommen, die mir die Email geschrieben hat. Sie macht schon so viel, dass ich ihr in meiner Antwort meine Bewunderung ausgedrückt habe zusammen mit dem Wunsch, den Kopf nicht hängen zu lassen.
Manchmal macht man schon alles richtig und wenn die Haut dann immer noch nicht gut ist, ist es wohl das Maximum, welches man zu diesem Zeitpunkt herausholen kann. Sie stillte ihre Tochter noch im Alter von 6 Monaten und achtete genau auf ihre Ernährung… was soll ich sagen – ohne diesen Einsatz würde es ihrer Tochter noch viel schlechter gehen! 🥰
NAHRUNGSMITTEL
Was wir essen hat Einfluss auf unsere Haut und die Frage nach der Ernährung würde ich als Mutter/Vater auf jeden Fall mit dem behandelnden Kinder-/Hautarzt, Allergiespezialisten oder anderen Therapeuten besprechen.
Du kannst auch einen Blick in meine eigenen Richtlinien für eine immunstärkende Ernährung werfen und entscheiden, was Dein Kind mehr und was es weniger essen sollte.
3. Bäder und Kompressen
Am besten ist meiner Meinung nach das Bad im Meer – geht aber nicht immer 😕!
Für daheim empfehle ich eine der folgenden beiden Methoden.
APFELESSIG ALS BADEZUSATZ
Dazu gibt man einfach eine Tasse Bio-Apfelessig in eine Babybadewanne. Nach dem ausgiebigen Planschen wird das Baby/Kind trockengetupft und wie immer die gerade genutzte Creme aufgetragen. Bewährt hat sich Apfelessig vor allem bei starkem Juckreiz, was nicht zuletzt auf seine probiotischen Bestandteile zurückzuführen ist.
SCHWARZTEE-UMSCHLÄGE
Diese Kompressen werden auf kleineren Hautarealen angewendet. Der Tee (z.B. Lipton, English Breakfast) wird wie üblich gekocht. Nach dem Abkühlen wird der Tee entweder auf ein wenig Gaze oder auf Küchenpapier gegeben. Ich selbst habe immer eine Baumwollwindel genommen, die ich mit dem Tee befeuchtet hatte.
Bei sehr kleinen Kindern/Babys sollte die Kompresse mit einer Mullbinde oder z.B. am Bein mit einer Socke bzw. Strumpfhose befestigt werden.
Bei älteren Kindern kann die Kompresse einfach aufgelegt und zum Einwirken belassen werden.
4. Richtige Kinderkleidung bei Neurodermitis
Von jeglichen synthetischen Materialien rate ich ab. Genausowenig sollten Kinder aber kratzende Stoffe (z.B. Wolle) direkt auf der Haut tragen.
Ich setze auf reine Baumwolle, die aber schwer zu finden ist. Wenn man heutzutage ins Geschäft geht, findet man fast überall synthetische Stoffe oder Mischungen mit Baumwolle. Socken zum Beispiel sind entweder auf Polyester, Polyamid oder Polypropylen. Solche mit 98 Prozent Baumwolle und 2 Prozent Elastin sind hingegen sehr teuer und Kinder wachsen da ja schnell raus!
Ideal sind neben der Baumwolle auch Leinen oder Seide. Natürlich müssen aus den Kindern keine kleinen Aristokraten werden, die nur in Seide rumlaufen 😂.
Ich spreche die Seide einfach an, weil es spezielle Kleidung für Kinder mit Neurodermitis gibt, da diese Fasern nachgewiesenermassen zu weniger Juckreiz und Bedarf an Cremes führen.
Es handelt sich dabei um Bodys und Strumpfhosen, die auch unter normaler Kleidung getragen werden können. In der Schweiz werden sie von der Fa. “Dermasilk” produziert und sind alles andere als billig. Die Investition lohnt sich aber, und die Schweizer Krankenkassen übernimmt die Kosten.
Falls es nicht anders geht, dann sollten synthetische Kleider nach dem Kauf gut mit einem milden Waschmittel gewaschen werden, da sie noch zahlreiche Chemikalien enthalten.
Manche Eltern wundern sich, wenn ich ihnen sage, dass auch der Wechsel der Kleidung allein schon heilsam sein kann.
In vielen Fällen einer leichten Neurodermitis stimmt das auch. Durch die reizarme Kleidung verringert sich das Jucken, was dazu führt, dass die Kinder ihre Haut mehr in Ruhe lassen und Hautveränderungen eine bessere Chance haben, von allein mit der Zeit abzuheilen.
Bei schwereren Fällen kann der Einsatz von Cremes vermindert werden. Dermasilk wirkt durch die Beschichtung mit Silberionen ausserdem antibakteriell. Es kommt seltener zu Infektionen, was wiederum zur Reduktion der antibiotischen Behandlungen führt.
*ich betone in diesem Zusammenhang, dass die Firma mich NICHT gesponsert hat, um für sie Werbung zu machen. Ich habe einfach gute Erfahrung gemacht mit den Kleidern bei meinen Patienten.
Ganzheitliche Therapien bei atopischer Dermatitis
1. Homöopathie
Ich habe in meiner Zeit als Praxiskinderärztin sehr schöne Resultate unter homöopathischer Therapie gesehen.
Die Mittelfindung ist nicht einfach und es braucht dafür auf jeden Fall einen erfahrenen Homöopathen. Auch ein guter Homöopath kann 2 bis 3 Anläufe brauchen, bis das richtige Mittel gefunden ist, also nicht zu schnell aufgeben! Die Ergebnisse sind dafür umso eindrücklicher.
2. Akupunktur (TCM)
Auch mit der Akupunktur habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei kleinen Kindern reize ich die Akupunkturpunkte mit einem Laser, im Alter ab 8 bis 9 Jahren nehme ich dann auch Nadeln.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird übrigens die Haut als Teil des Atmungssystems angesehen 😳.
Viele Eltern und natürlich Kinderärzte beobachten selbst auch diesen Zusammenhang. Tatsächlich entwickeln viele Kinder mit Neurodermitis und Allergien später auch Asthma bzw. Heuschnupfen.
Der Therapiepunkte haben folgerichtig auch immer etwas mit dem Atmungssystem zu tun. Es gibt also in der Akupunktur keine reinen “Hautpunkte”.
3. Systemische Hyposensibilisierung
Neuere Erkenntnisse unterstützen einen Zusammenhang der atopischen Dermatitis mit dem Vorhandensein einer sog. Hochsensiblen Persönlichkeit des Kindes. Das eine ganzheitlichere Betrachtung des Problems als nur “Kind allgemein allergisch, daher die Neurodermitis”, und hat als Ziel das Kind als Ganzes zu behandeln, zu stärken und zu stabilisieren – mehr dazu und Details kannst Du auf www.ninv.de erfahren.
Das war es also von mir zu diesem (sehr grossen) Thema, ich hoffe Du hast ein paar neue Ideen und Tipps entdecken können!
Falls Du auf Pinterest bist, kannst Du hier ⬇️ den Artikel für später abspeichern und bis bald,
Dr. Susanna 🌷


















Jessica 2 months ago · 0 Likes
Ich kann allen Basenbäder sehr ans Herz legen. Und nach dem Baden nicht eincremen.
Claudia Küches 7 months ago · 0 Likes
Liebe Susanna vielen Dank für Ihre Antwort und bin nach wie vor begeistert von Ihren Ratschlägen.
Habe aber noch eine Frage…mein Enkel jetzt 7 Jahre leidet schon sehr lange unter Warzen….schon mehrmals vereist was immer wieder schmerzhaft ist😢…leider kommen sie vermehrt wieder zurück…die Eltern suchen auch schon länger verzweifelt nach einer Lösung…haben Sie damit schon positive Erfahrungen gemacht? Liebe Grüße Claudia
Susanna Kemper 7 months ago · 0 Likes
Liebe Claudia,
bei Warzenbefall gibt es diverse Mittel wie Infectodell und Acetocaustin (verwenden wir in der Praxis). Nicht wirklich angenehm, funktioniert aber gut. Bei chronischer Neigung zu Warzen trotz Vorsichtsmassnahmen (Badeschuhe im Hallenbad) empfehle ich die Zusammenarbeit mit einem guten Homöopathen in Ihrer Gegend.
Alles Gute, Dr. Susanna 🌷
Esther A year ago · 0 Likes
Liebe Susanna
Danke für Ihre tollen Beiträge, die ich sehr gerne lese. Kennen Sie Schwarzkümmelöl und Bio-Sheabutter? Schwarzkümmelöl kann innerlich angewendet auch sehr viel bringen, übrigens auch bei Heuschnupfen.
Liebe Grüsse
Esther
Susanna Kemper A year ago · 0 Likes
Liebe Esther,
wir geben manchen Kindern Nachtkerzenöl p.os. (Inhalt von Kapseln). Von Schwarzkümmelöl habe ich auch schon gehört/gelesen, konnte aber keine guten Informationen zur Dosierung bei Kindern finden nach Gewicht o. Alter. Haben Sie da Literatur/Links für mich? Danke!!
Dr. Susanna 🌷
Claudia 2 years ago · 0 Likes
Liebe Susanna…bin ein grosser Fan von Ihnen und liebe Ihre Beiträge…habe aber eine Frage…verstehe nicht wieso die Heilppflanze Aloe Vera nie erwähnt wird…da Neurodermitis auch ein Magen Darmproblem ist sollte auch eine Unterstützung zur Heilung von innen erwähnenswert sein…und Aloe Vera von außen sowieso…verstehe aber nicht wieso manche Heilpflanzen nie erwähnt werden …vielleicht bringt Ihre Antwort mich weiter auf meinem Weg mit den Heilpflanzen…liebe Grüße Claudia
Susanna Kemper 2 years ago · 0 Likes
Liebe Claudia,
ich bin ganz einer Meinung mit Ihnen, habe aber keine persönliche Erfahrung mit Aloe vera als systemische Therapie. Ich finde das frische Gel aus dem aufgeschnittenen Blatt hocheffektiv bei milden Verbrennungen, alle Arten von Rötungen und natürlich Mückenstichen. Bei Neurodermitis kenne ich die Gabe von Probiotika und Nachtkerzenöl als Kapsel oder Kapselinhalt. Als Heilpflanze bei Neurodermitis bin ich am Meisten bewandert mit Arctium lappa in Tinkturform (fungiert in der Mischung als Umstimmungsmittel), meist kombiniert mit anderen Kräutern die zum jeweiligen Kind passen. Beste Grüsse, Dr. Susanna 🌷
Vielen Dank für all die guten Tipps. Bei mir ging die starke Neurodermitis tatsächlich erst weg, als der Stress weg war. Die Belastung von meiner sterbenskranken Mutter, welches sich über Jahre hinweg zog und der stressige Arbeitsplatz waren die Ursache.
Liebe Linda, ja. Das muss ja eine unvorstellbar stressvolle Zeit gewesen sein (und leider auch unvermeidbar… 😞, wir haben ja alle nur eine einzige Mutter, momentan erlebe ich etwas ähnliche Zustände), und der Körper leidet sicher enorm mit.
Beste Grüsse, Dr. Susanna 🌷
Hallo Frau Kemper,
ich bin ein großer Fan von Ihnen und lese total gerne Ihre Texte.
Ich war heute mit unserem 8 Monate alten Sohn zur Impfung und habe unsere Kinderärztin auf die roten Stellen im Gesicht (Kinn und Wangen) und an den Oberschenkeln angesprochen. Sie sagte, es könnte eine anfängliche Neurodermitis sein, und hat uns die Creme SanaCutan mitgegeben.
Leider hat sie sich zu diesem Thema auch nicht weiter geäußert. Auf meine Frage die Ernährung umzustellen und sonstige Maßnahmen einzuleiten, hat sie leider verneint, bzw. war ihre Aussage- da kann man nicht viel machen.
Das befriedigt mich gerade überhaupt nicht.
Können Sie mir sagen, ob die Sanacutan Creme schon unter medikamentös fällt??
Ich habe nämlich sonst noch eine MED Pflegelotion mit Sheabutter und Nachkerzenöl zu Hause, die ich vielleicht erstmal anwenden würde.
Ich freue mich über eine Antwort und danke Ihnen für Ihre Zeit.
Herzliche Grüße
Carola
Liebe Carola,
ich verstehe Ihre Gedanken nur zu gut. Das SanaCutan ist definitiv ein Pflegemittel und enthält keine aktiven Substanzen, damit können Sie getrost erstmal starten ohne sich Sorgen machen zu müssen 🙂. Sie können in Zukunft (wenn Ihr Kleiner die Salbe ansonsten gut verträgt) auch additiv z.B. Nachtkerzenöl u/o Borretschöl u/o Sanddornöl (letzteres ist leider rot und wird die Kleider kaputtmachen, also nur mit "alten" Pyjamas) anziehen in einer Menge von 1-2% zur Salbe mischen lassen, oder sogar selber mischen, wenn die Apotheke nicht mitmacht. Liebe Grüsse und auch vielen Dank für die lieben Worte! Dr. Susanna 🌷
Hallo Frau Kemper,
vielen Dank für ihren Beitrag, er ist sehr hilfreich.
Meine Tochter, 20 Monate, leidet seit ca. 1 Jahr an Neurodermitis. Die Haut ist häufig in den Beugeseiten rot und geschwollen oder sehr trocken und leicht rissig. Insgesamt kommt unsere Tochter damit sehr gut zurecht, dennoch belastet mich das Thema. Ich stille sie immer noch, ein Ende ist nicht in Sicht.
Bevor die Hautsymptome auftraten, haben wir beobachtet, dass sie eine Milchunverträglichkeit bzw. – allergie ausgebildet hat. Die Symptome sind Pusteln um den Mund, ein unangenehmes Kribbeln im Mund hatte (so interpretieren wir es anhand ihrer Mund- und Zungenbewegungen) und manchmal auch Erbrechen. Nach ca. einer Stunde sind die Symptome vorbei und sie wirkt wieder fit und fröhlich. Vor allem bei verarbeiteten Lebensmittel, die Milch- und/ oder Molkepulver beinhalten, sind die Symptome sehr stark. Käse wie Emmentaler/ Gouda oder Parmesan, verträgt sie. Zumindest nehmen wir keine akuten Symptome war. Zunächst dachten wir, dass sie auch Schafmilchjoghurt verträgt. Irgendwann ist uns aber aufgefallen, dass sie doch leicht, in Form von Pusteln im Gesicht, darauf reagiert (vielleicht die Menge), wenn die Haut mehrere Minuten damit in Kontakt tritt.
Wir cremen sie täglich mit einer Basiscreme und bei Bedarf mit einer Wundcreme von dasBoep ein. Allerdings habe ich das Gefühl, dass wir eine neue Creme ausprobieren sollten.
Unser Kinderarzt lässt uns damit ziemlich allein. Als wir ihm das erste Mal von der Milchunverträglichkeit erzählt hatten, sagte er wir sollen weiterhin Milchprodukte wie Joghurt geben. Das würde von allein verschwinden. Als wir dann ein paar Monate später wegen der Neurodermitis bei ihm waren, hatte ich die Milchunverträglichkeit erneut erwähnt. Er hat nicht darauf reagiert.
Wir haben eine Creme empfohlen bekommen, die aber nicht so gut geholfen hat. Sollte es sich im Winter nicht bessern, sollten wir eine Kortisoncreme nutzen. Das kommt aber auf keinen Fall in Frage. Wir waren auch nicht erneut deswegen beim Arzt.
Mittlerweile haben wir festgestellt, dass die Neurodermitisschübe mit der Ernährung zusammenhängen. Und hier kommt meine Frage:
Ich selbst mache alle 1 – 2 Jahr eine Darmsanierung und weiß, dass eine gesunde Ernährung wichtig ist. Der Darm hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit und wird nicht umsonst als "zweites Gehirn" bezeichnet. Deswegen habe ich bei meiner Ernährungscoach eine Darmanalyse für meine Tochter durchführen lassen. Denken Sie, das ist sinnvoll in diesem Alter?
Die Ergebnisse deuten auf ein Leaky-Gut-Syndrom hin, was die Hautprobleme erklären könnte, und die Bakterienzusammensetzung, würde auch die Milchunverträglichkeit erklären. Sie macht aktuell eine Darmsanierung, wobei es nicht immer leicht ist ihr die vielen Nahrungsergänzungsmittel über den Tag zu geben. Wir achten nach bestem Wissen und Gewissen auf die Dosierung. Gleichzeitig soll sie auf Gluten verzichten. Wir versuchen alles so gut es geht.
Wie sehen Sie das Thema Darmsanierung bei Kleinkindern/ Kindern?
Viele Grüße,
Ioana
Liebe Ioana,
eine Darmsanierung bzw. Verbesserung der Darmflora ist bei einer Neurodermitis IMMER eine gute Idee. Und ja, es ist tatsächlich viiiel schwieriger, Nahrungsergänzungsmittel einem Kleinkind zu geben – und übrigens teilweise sehr schwer zu erkennen, ob das jeweilige Mittel auch was bringt. Wir machen üblicherweise eine Mini-Version einer Darmsanierung, d.h. Pilzeradikation falls wirklich eine Pilzüberwucherung festgestellt wurde, und danach (meistens) die Symbioflor-Serie, danach eventuell ein weiteres Probiotikum. Auch allein mit den Symbioflor (Pro, 1 und 2) ist die Familie bereits 3-4 Monate beschäftigt, muss allerdings nur ein Mittel 3x täglich geben. Ganz viel Erfolg wünsche ich Ihnen!
Liebe Grüsse, Dr. Susanna 🌷
PS denken Sie auch an Bio-Rizinusöl für die schlimmen Stellen, steht zwar noch nicht hier im Beitrag aber ich habe in letzter Zeit sehr schöne Ergebnisse damit gesehen!
Liebe Frau Kemper,
Kann man bei einem vierjährigen Kind die Symbioflor Kur machen? Benutzt man dabei alle 3 Präparate..? In welcher Dosierung, Dauer, Abfolge? Wir hatten lange keine Hautsymptome mehr und interessanterweise den ganzen Winter nichts!
Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Beste Grüsse,
Eva
Liebe Eva,
ja, bei einem vierjährigen Kind kann man grundsätzlich eine Symbioflor-Kur machen – üblicherweise mit Pro Symbioflor, dann 1 und 2. In Ländern wo Pro Symbioflor nicht erhältlich ist nehmen wir Symbioflor 1, danach Symbioflor 2, und ergänzend z.B. Colibiogen.
Man startet am besten mit sehr niedriger Dosierung (z.B. 1–2 Tropfen täglich) und steigert langsam auf die empfohlene Dosierung – besonders bei empfindlichen Kindern.
Eine pauschale Empfehlung ist schwierig, da gerade bei Neurodermitis die feine Abstimmung wichtig ist, um Erstreaktionen zu vermeiden.
Wenn möglich, würde ich die Kur von einem erfahrenen Therapeuten begleiten lassen. Und: Wie schön, dass der Winter symptomfrei war – ein sehr gutes Zeichen! 🌷
Herzliche Grüsse,
Dr. Susanna 🌷