In diesem Artikel geht grösstenteils um die natürliche Therapie der Impetigo contagiosa alias Grindflechte, alias Eiterflechte, alias Borkenflechte, alias Schmutzkrätze – so viele hässliche Namen die alle das Gleiche bedeuten…😒. Viele Eltern haben den Eindruck, dass man da nur mit Antibiotika etwas machen kann.
Die Grindflechte ist ein grosses Problem in der Kinderheilkunde (VORSICHT: “grosses Problem” heisst in diesem Zusammenhang “hartnäckig und mühsam” und nicht gefährlich).
Sie wird auf lateinisch/medizinisch Impetigo contagiosa genannt und durch Bakterien, genauer gesagt durch Staphylokokken oder Streptokokken ausgelöst und führt zu schlecht heilenden Wunden.
Das hier ist eine typische Impetigo-Wunde am Arm
… und hier: Grinflechte im Gesicht dieses Jungen.
Und hier eine Impetigo am Ohr (eine besonders heikle Stelle und schwierig zu behandeln), häufig geht die Infektion vom Ohrloch aus, wenn Ohrringe nicht rausgenommen und saubergemacht werden.
Die Grindflechte ist nicht gefährlich!
Diese bei Kindern häufig auftretende Hautinfektion ist sehr hartnäckig und damit tatsächlich furchbar lästig. Sie tritt vor allem bei kleineren Kindern auf und zwar in den wärmeren Monaten, also Ende Frühling, Sommer und Anfang Herbst.
Bei kleinen Kindern findet man die charakteristischen Bläschen und Krusten häufig um die Nase und den Mund herum, sie können aber an allen Körperstellen auftreten. In der Regel sind tatsächlich Staphylokken (Staph. aureus) für diese Infektion verantwortlich – aber auch Streptokokken (Strep. epidermidis) oder andere Hautbakterien können mal die Übeltäter sein.
Häufig beschreiben die Eltern, dass die Infektion aus einer Kratzwunde oder auch aus einem Insektenstich entstanden ist. Das heisst aber nicht, dass nicht auch gesunde Haut befallen werden kann.
Die Kinder können sich auch bei anderen Kindern anstecken bzw. die Bakterien am eigenen Körper verteilen und so wandert der Staphylokokkus halt auch mal vom Mund zum Fuss.
Antibiotika bei Impetigo/Grindflechte?
Immer wieder höre ich von Eltern, die ihr Kind wegen 2-3 kleiner Wunden zum Arzt gebracht haben und sofort ein systemisches Antibiotikum (also eines zum Einnehmen) erhalten haben.
Die Gabe von Antibiotika als Sirup oder Tabletten ist bei Impetigo die ultimative Therapiemöglichkeit, wenn also alle Stricke reissen. Sie sollte aber nicht gerade am Anfang zum Einsatz kommen. Sicher ist es eine schnelle und “einfache” Lösung (falls das Antibiotikum auch tatsächlich zu einer bleibenden Besserung führt).
Häufig bedeutet es aber auch, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird und dabei als Kollateralschaden das Mikrobiom unserer Kinder in Mitleidenschaft gezogen wird und dementsprechend ihre Immunität gegen andere Krankheiten schlechter funktioniert.
Hier kannst Du mehr über das Mikrobiom lernen
Es gibt Kinder, die regelmässig diese Hautinfektion bekommen. Es macht dann wirklich gar keinen Sinn, wegen 3 Bläschen jedes Mal den Antibiotika-Saft herauszuholen. Die Therapie sollte nur lokal im Bereich der Infektion erfolgen. Wie und womit Du das machen kannst, wirst Du in diesem Artikel lernen.
Wie behandelt man die Grindflechte?
Zuerst möchte ich erklären, was eine lokale Behandlung ist:
Lokal behandeln bedeutet nichts anderes, als das wir dort behandeln, wo das Problem ist. Wenn Dein Kind eine Kruste an der Wange, eine an der Nase und eine am Bein hat, dann musst Du alle Wunden separat behandeln.
Gleichzeitig solltest Du auch den Herkunftsort der Bakterien behandeln. Häufig ist dies die innere Nase, denn dort sitzen die Staphylokokken gern. Eine weitere häufige Bakterienquelle ist der Popo. Falls dein Kind am Popo eine Kruste oder auch nur eine Rötung hat, würde ich auch diese mittels der weiter unten genannten natürlichen Therapien mitbehandeln.
Wie Du siehst, hier ist der ursprüngliche Infektionsherd am Nasenloch des Kindes, mit bereits Ausbreitung auf die Oberlippe.
Eines brauchst Du mit der Grindflechte auf jeden Fall – einen langen Atem!
Wenn die lokale Therapie anschlägt, dann dauert es bis zur Abheilung bestenfalls 7 bis 10 Tage. Bei meinen Kindern hatte ich einen Monat gebraucht. Wir sind halt alle anders und je nach Kind, Immunsystem, Therapie und wahrscheinlich noch anderen Umständen kann die Dauer bis zum Abheilen sehr variieren.
Bei der Impetigo/Grindflechte lieber vorsorgen als behandeln!
Da die Grindflechte hochansteckend ist, hat die Vorsorge einen hohen Stellenwert.
Kinder mit trockener Haut, insbesondere Kinder mit Neurodermitis/atopischem Ekzem sind im Sommer durch Sonne und Wasser noch empfindlicher gegenüber Infektionen der Haut.
Umso wichtiger ist die dieser Zeit die gute Hautpflege, falls die Grindflechte in der Vergangenheit mal aufgetreten ist. Du musst Dein Kind nicht ständig mit einer Flasche Bodylotion in der Hand jagen, aber besonders trockene Hautstellen sollten 1-2x täglich eingecremt werden.
Schneide die Nägel regelmässig, sodass sich dein Kind nicht schlimm kratzen kann. Wenn es doch mal irgendwo eine kleine Wunde gibt, dann würde ich diese gut desinfizieren, behandeln und tagsüber mit einem Pflaster abdecken, damit dein Kind nicht ständig an der gleichen Stelle weiterkratzen kann und die Bakterien dann am ganzen Körper verteilt ☹️.
Die Grindflechte/Impetigo ist hochansteckend!
Zur Ansteckung kommt es bei der Grindflechte nicht über die Luft, sondern über den direkten Kontakt. So werden die Bakterien nicht nur am eigenen Körper verteilt, sondern auch z.B. beim Spielen an andere Kinder weitergegeben.
Wie lange dauert es bis zur Heilung?
Wir reden nicht über ein Problem, dass Du in 2 bis 3 Tagen gelöst haben wirst.
Mit viel Geduld und bei frühem Beginn kann die Grindflechte unter lokaler Therapie innerhalb von 7 bis 10 Tagen abheilen.
Wie schon vorhin gesagt, als meine eigenen Kinder die Grindflechte hatten dauerte es knapp über 1 Monat, bis wir sie komplett los waren. Es braucht wirklich viel Geduld, um jeden Tag am Ball zu bleiben (und die Kids haben auch kaum Freude dran).
Natürliche Mittel zur Therapie der Grindflechte
Heilpflanzen bei Impetigo/Grindflechte
Teebaumöl, Propolistinktur, Calendulatinktur
Die lokale Therapie besteht vor allem aus regelmässiger Desinfektion.
Dafür verwende ich entweder Tinkturen wie Propolis- oder Calendulatinktur, meist gemischt mit Teebaumöl.
Diese Tinkturen wie auch das Teebaumöl haben eine antibakterielle Wirkung, damit sich die Wunden schneller schliessen und keine Narben hinterlassen. Falls die Tinkturen in der Wunde brennen (was sie nicht immer tun), dann hilft es meist, sie mit mehr Teebaumöl, Bienenwachssalbe oder Calendulasalbe zu mischen.
Die Nase ist besonders empfindlich, dort nehmen mischen wir immer mehr Bienenwachssalbe oder Teebaumöl in die Tinktur. Auch reines Teebaumöl desinfiziert hervorragend und hat eine antibakterielle Wirkung, riecht aber recht stark.
Aloe vera
Falls Du Aloe vera – Pflanzen im Garten hast (ein fast-alles-Könner!), kannst auch das Gel aus den Blättern direkt auf die infizierten Hautstellen auftragen. Dafür musst Du ein Blatt aufschneiden und das gelartige Innere entfernen, dass Du dann direkt auftragen kannst. Das Gel wirkt desinfizierend, beruhigend und antibakteriell. Aloe-Gel reizt die Haut nicht und wird von Kindern in der Regel gut aktzeptiert.
Knoblauch
Diesen empfehle ich für ältere Kinder und Jugendliche, weil sie besser mitmachen. Du kannst eine Zehe in dünne Scheiben schneiden und auf die betroffenen Stellen auflegen. Am besten ist, Du befestigst das Ganze mit einem Pflaster oder Gaze und lässt den Knoblauch 30 bis 60 Minuten wirken. Ich empfehle diese Therapie 2 Mal täglich.
Ingwer
Ingwer wirkt etwas weniger stark als Knoblauch, hat aber den Vorteil, dass er nicht so stark riecht. Angewendet wird er genauso wie der Knoblauch.
Homöopathie bei Impetigo
Eine weitere natürliche Therapie ist die Homöopathie. Problematisch bei der Grindflechte ist, dass die Palette der möglichen Mittel und damit die Auswahl sehr gross und für den Anfänger kaum zu bewältigen sind.
Für Eltern, die schon Erfahrung mit der Homöopathie und auch eine entsprechende Hausapotheke haben, empfehle ich folgende Mittel:
Rhus toxicodendron D12
Es ist häufig das erste Mittel, das wir geben besonders wenn durchsichtige Bläschen auf der Haut entstehen und die darunterliegende Haut rot ist. Die betroffenen Stellen brennen und können nachts zum Aufwachen und zu unruhigem Schlaf führen. Warme Kompressen auf der Wunde wirken lindernd. Rhus tox. wird anfänglich 3 bis 4 Mal in Abständen von circa 30 Minuten gegeben. Ab dem zweiten Tag dann wird die Dosis auf 3x täglich reduziert und so lange gegeben, bis die Wunden verheilt sind.
Staphylococcinum C30 oder C200
Staphylococcinum wird gern von einigen Homöopathen aber auch von Eltern genutzt und wie ich höre, häufig mit Erfolg. Theoretisch ist es sicher das passendste Mittel (besonders wenn Staphylokokken als die genaue Ursache im Laborabstrich bestätigt wurden), auch wenn ich selbst bei meinen Patienten bisher keine so guten Ergebnisse hatte. Das kann aber einfach nur Pech gewesen sein … 😯, anführen wollte ich das Mittel aber trotzdem.
Antimonium crudum C30
Dies wird ebenfalls häufig gegeben besonders bei Kindern, die während der Erkrankung sehr empfindlich und schlecht gelaunt sind und sich kaum anfassen lassen. Die Wunden haben sehr oft dicke Krusten und befinden sich oft an der Wange oder am Kinn. Charakteristisch ist zudem der starke Juckreiz, der bei Wärme noch verschlimmert wird.
Mezereum C30
Typisch für dieses Mittel sind brennende und juckende Wunden. Die Symptome werden durch Wärme verschlechtert. Der Wundausfluss ist nicht klar sondern eitrig und das blosse Berühren stört das Kind schon.
Sulphur C30
Sulphur geben wir bei immer wiederkehrenden Grindflechten. Die Haut ist dabei trocken und die Wunden befinden sich häufig am Popo. Die Beschwerden nehmen nachts im Bett zu und die Kinder kratzen sich die Haut blutig.
Viola tricolor D6 oder D12
Viola eignet sich für Wunden, die sich vor allem am Kopf bzw. im Gesicht befinden, sowie stark jucken und schmerzen. Starker Wundausfluss und dicke Krusten sind typisch. Der Juckereiz nimmt nachts zu. Häufig sind auch geschwollene Lymphknoten am Hals und stark riechender Urin zu beobachten.
Das richtige Mittel ist jenes, welches am besten zu den Symptomen Deines Kindes passt. Eine hundertprozentige Übereinstimmung gibt es dabei selten, also suche nicht nach dem perfekten Mittel, denn das ist auch für den Homöopathen nicht immer einfach. Falls Du das Konstitutionsmittel Deines Kindes kennst (z.B. Calc. carbonicum oder Silica), dann lohnt es sich auf jeden Fall, auch dieses auszuprobieren.
Medikamente bei Impetigo (Eiterflechte)
Octenisept und Betadine
Das sind beides Antiseptika (also desinfizierende Mittel) die eingesetzt werden, um die Bakterien einer Wunde abzutöten. Bei Kindern verwenden wir sehr gerne Octenisept weil es praktisch gar nicht brennt. Es ist aber im Gegensatz zum Betadine farblos und so siehst Du nicht genau, an welcher Stelle Du schon desinfiziert hast – also aufpassen und keine Wund vergessen!
Fucidin und Bactroban
Die Haut sollte nach dem Desinfizieren zunächst abtrocknen. Anschliessend kannst Du einen antibiotische Creme auftragen, meist wird Fucidin oder Bactroban verwendet (oder entsprechende Generika).
Vorsicht: Fucicort-Creme ist Fucidin mit etwas Kortison drin – dazu würde ich nur greifen, wenn Dein Kind auch sehr starken Juckreiz hat. Das Kortison wird den Juckreiz lindern, und nach 1-3 Tagen würde ich auf die einfache Fucidin-Creme (ohne Kortison) umstellen.
Die Empfehlung ist, 3mal am Tag mit Betadine oder Octenisept zu desinfizieren und anschliessend eine antibiotische Creme (Fucidin oder Bactroban) auftragen.
Manchmal ist ein Pflaster vorübergehend hilfreich, damit die Creme nicht überall an den Kleidern ist, besser einwirken kann und auch um das Kratzen zu verhindern. Vergiss bitte nicht, auch das Innere der Nasenlöcher und kleinere betroffene Körperstellen mit zu behandeln.
Wenn alle Stricke reissen…
Wenn tatsächlich nichts hilft, dann wird Euch Euer Kinderarzt einen antibiotischen Sirup oder Tabletten wie Aziclav oder Augmentin aufschreiben. Damit die Darmflora in dieser Zeit nicht ganz flöten geht, kannst du täglich noch ein gutes Probiotikum dazugeben!
















ÄLTERE KOMMENTARE:
Nicoletta 6 months ago · 0 Likes
Frage: Meine Tochter (13 Jahre) hat an mehreren Stellen im Gesicht (Nase innen und außen, Wangen, Kinn, Augenlid und unter dem Auge…) Borkenflechte. Wir haben dann Antibiotikum Tabletten bekommen und desinfizieren täglich mit Octiensept, was bei ihr leider brennt. Aber sie ist tapfer. Die Krusten sind mittlerweile fast alle komplett abgefallen. Meine Frage ist jetzt: Wie können wir die betroffenen Stellen weiterbehandeln? Wie lange desifizieren? Und wie der Haut beim weiteren Regenerieren helfen? Ich denke da an eine Wundsalbe? Welche? Ich wäre sehr glücklich, wenn Sie da einen Tipp hätten. Beim Hautarzt komme ich irgendwie nicht weiter. Liebe Grüsse, N. Dahlke
Susanna Kemper 6 months ago · 1 Like
Liebe Nicoletta,
oje, in diesem Alter…
aber die gute Nachricht ist, dass die Impetigo/Borkenflechte so gut wie nie Narben hinterlässt.
Ich hätte so lange weiter desinfiziert, bis die Haut unter den Krusten geschlossen (nicht mehr offen) erscheint, und keine neuen Krusten sich bilden. Alternativ zu Octenisept wäre auch Betadine/Betaisodona eine gute Option, v.a. für nachts, da es eine Farbe hat und tagsüber für eine 13jährige sicher nicht toll. Wenn das Antiseptikum trocken ist, danach eine Heilsalbe wie z.B. Hametum https://www.amazon.de/Hametum-Wund-Heilsalbe-100-Salbe/dp/B00E67CMFY/ref=sr_1_11?keywords=hamamelis+salbe&qid=1669706059&sprefix=hamamelis%2Caps%2C125&sr=8-11
(Achtung, nur falls Sie es irgendwo lesen und sich wundern, Hametum wird auch für Hämorrhoiden verwendet, da es einen der sehr wenigen Wirkstoffen beinhaltet, der an dieser schwierigen Stelle heilfördernd wirkt – das spielt für Sie keine Rolle)
Alternativ, etwas wie Cicalfate Creme https://www.amazon.de/Avene-Cicalfate-Repair-Sensitive-Irritated/dp/B00A5LTPV4?keywords=cicalfate+repair+cream&qid=1669706270&sbo=RZvfv%2F%2FHxDF%2BO5021pAnSA%3D%3D&sprefix=cicalfate%2Caps%2C148&sr=8-4&linkCode=ll1&tag=dr042-21&linkId=8a89f83392fb4f524c4a8217e27ed9cb&language=de_DE&ref_=as_li_ss_tl
Gute Besserung und keine Sorge, das kommt schon gut!
Dr. Susanna 🌷
Nicoletta 6 months ago · 0 Likes
Vielen Dank, Dr. Susanna!
Romy 2 years ago · 0 Likes
Hallo, danke für die Tipps. Ich bin schon 33 und hatte meinen ersten Neurodermitisschub erst mit 24 Jahren. Jetzt steckt ich im 3. Schub meines Lebens und habe vor allem meine Hände nicht wieder in den Griff bekommen. Vor ein paar Wochen habe ich durch googeln herausgefunden, was mir noch kein Arzt gesagt hat, nämlich das am aktuellen Zustand Bakterien Schuld sind. Seit ein paar Tagen behandel ich meine Hände mit dem gelben Saft vom Schöllkraut und es wird besser. Da das Zeug aber giftig ist, bin ich dankbar für die Alternativen.
Hallo!
Bei meiner Tochter (13) hat es am Arm begonnen mit ein Bläschen. Es hat sich zu einer grösseren Fläche weiter entwickelt. Wir haben es mit Calendulatinktur, in die ich Teebaumöl reingegen habe, desinfiziert und gleichzeitig mit einer Aloeveralotion mit diversen antibiotisch wirkenden ästhetische Öle eingerieben. Da es nicht besser wurde und sich anfieng auszubrüten sind wir zum Arzt. Sie hat ein Antibiotikum zum einnehmen und eine antibiotische Salbe bekommen, gleichzeitig habe ich ihr ein Probiotikum gegeben. Es wurde dadurch besser. Ist aber nach ein paar Tagen wurde es wieder schlimmer. Sie hat heute die letzte Antibiotikum Tablette genommen und es sieht schlimmer aus als zuvor und hat sich über den ganzen Körper ausgebreitet. Was können wir machen? War es das falsche Antibiotikum?
Liebe Grüsse
Rebekka
Liebe Rebekka, die Impetigo ist, wie schon geschrieben, leider eine seeeeehr mühsame Angelegenheit. Ich denke nicht, dass das Antibiotikum falsch war, aber wenn es darunter schlimmer aussieht ist es spätestens Zeit, einen Abstrich von den Bläschen bzw. Wunden zu machen und zu schauen, was das für Bakterien genau sind. Häufig funktionieren die Antibiotika, die 12stündlich gegeben werden, nämlich nicht. Wir verwenden meistens das Augmentin (312.5mg/5ml), früher hiess es Augentin Trio, oder Fucidin als Suspension, je nach Land heisst sie anders. Und lokal auf den Stellen muss man ununterbrochen weiterbehandeln, es dauert mehrere Wochen bis man es wirklich los ist. Die Probiotika nicht vergessen! Bei einem extrem hartnäckigen Fall vor Jahren haben wir sogar Probiotika direkt auf die Haut gesprüht, den Spray hatten wir aus Deutschland bestellt von einer Kleinmanufaktur: https://em-ug.de/product/mund-hautspray/
Liebe Grüsse, viel viel Geduld und gute Besserung, Dr. Susanna 🌷
Hallo, mein Sohn 12, hat vor 3 Tagen einen Infekt mit Fieber und Halsschmerzen bekommen. Das Fieber ist runter, die Halsschmerzen besser, aber seit gestern juckt es ihn am Kopf und im Gesicht hat er große Stellen (Nase/ Mund), die zuvor große rote Pusteln waren und jetzt mit der gelben Kruste überzogen sind. Er hat eine Histaminintoleranz und generell eine Mastzellproblematik. Dadurch eine Neurodermitis, eine empfindliche Stelle war genau diese, an der jetzt die Flechten sind. Hab jetzt mit Rhus Tox begonnen. Bin mir aber unsicher, mit welchem ich weitermachen soll. Da er am Kopf einige kleine Stellen hat, die stark jucken. Auch am Ohr und über der Augenbraue. Haupsächlich aber linksseitig Nasenflügel, innen, und in Richtung Mund. Darmaufbau ist schwierig, aber wir haben gerade ein neues Präparat angefangen, das bei HIT und Leaky Gut gut sein soll. (Fairment, Super Mikroben).
Viola Tricolor kenne ich nicht. Wäre das das passende? Oder nur mit Rhus Tox weiter. Oder noch Silicea dazu?
Vor Antibiothika habe ich Respekt, hatten wir noch nie, aber wenn es nötig ist… .
LG Susanne
Liebe Susanne,
vielen Dank für die Nachricht und das Vertrauen!
Ich denke, bei so einer chronischen Problematik können Sie zwar mal Glück haben und selber ein Homöopathikum erfolgreich aussuchen, typischerweise ist aber in Anwesenheit von chronischen vorbestehenden Problemen eine genaue Repertorisation notwendig bei einem Profi-Homöopathen. Dieser kennt dann Ihr Kind und begleitet Sie weiter.
Wenn Sie es unbedingt selber versuchen wollen, müssen Sie eins nach dem anderen durchprobieren und genau beobachten (Notizen nicht vergessen! – ohne mitzuschreiben wird alles erfahrungsgemäss ein grosses Durcheinander). Wenn Sie dann mit Rhus tox. keinen Erfolg sehen, machen Sie mit dem nächsten Mittel weiter. Ich würde auf eigene Faust die homöopathischen Mittel nicht mischen. Gute Besserung!
Dr. Susanna 🌷
Liebe Frau Dr. Kemper,
zuerst hatte ich die Borkenflechte (als Mama mit 40!Jahren) nun meine kleine Tochter 1,5 Jahre. Sie hat es im Innenlid des Auges, was kann ich da nur tun? Ins Auge etwas schmieren geht ja nicht. Kann es für das Auge gefährlich sein?
Danke in Voraus
Anete
Liebe Anete, mit 40J sind sie in vielen Grosstädten guter Durchschnitt mittlerweile 🙂, und Erwachsene bekommen auch die Impetigo immer wieder. Für die Kleine müsste es etwas wie Fucithalmic Augengel geben, ich würde Staphylokokken so nah am Auge nicht so lässig ignorieren. Wenn das Lid betroffen ist, ist der Augapfel selbst noch lange nicht gefährdet, aber normale Creme können Sie dort nicht schmieren, wie Sie richtig geschrieben haben. Liebe Grüsse und viel Erfolg, Dr. Susanna 🌷